Wie lange dauert Ischias?
Kurz gesagt: Ischiasschmerzen bessern sich bei den meisten Menschen schon nach wenigen Wochen deutlich: etwa die Hälfte spürt nach zehn Tagen eine Besserung, etwa drei von vier nach vier Wochen. Wie lange es bei Ihnen dauert, hängt vor allem davon ab, was den Nerv reizt.
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So verläuft Ischias häufig
Die ersten Tage
Der Schmerz zieht vom Gesäß ins Bein, oft einschießend oder brennend. Sitzen, Husten und Niesen machen es meist schlimmer. Vorsichtige Bewegung kann oft mehr helfen als Liegen.
Nach etwa 10 Tagen
Bei etwa der Hälfte der Menschen wird es spürbar besser. Der Schmerz reicht oft nicht mehr so weit ins Bein.
Nach etwa 4 Wochen
Etwa drei von vier Menschen geht es deutlich besser. Ein leichtes Ziehen oder Kribbeln kann noch eine Weile bleiben.
Länger als 6 Wochen
Bei einem kleineren Teil dauert es länger, manchmal Monate. Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen, woher der Schmerz kommt.
Mehr dazu: Was sind Ischias-Schmerzen?
Ist der Ischiasnerv entzündet?
Viele sprechen von einer „Ischias-Entzündung“. Gemeint ist meist, dass der Nerv gereizt oder eingeengt sein kann, nicht entzündet wie bei einer Infektion. Als mögliche Stellen kommen zum Beispiel in Frage: die Lendenwirbelsäule, etwa durch eine Bandscheibe, tief im Gesäß ein verspannter Muskel (der Piriformis) oder das Kreuz-Darmbein-Gelenk. Deshalb gibt es auf die Frage nach der Dauer keine Zahl für alle.
Was die Dauer beeinflussen kann
- Die Ursache: Steckt ein Bandscheibenvorfall dahinter, gelten ähnliche Zeiten: Nach etwa sechs Wochen haben rund 9 von 10 Menschen deutlich weniger Beschwerden (mehr dazu: Wie lange dauert ein Bandscheibenvorfall?). Kommt der Schmerz eher von einem verspannten Muskel oder einem Gelenk, kann der Verlauf anders sein als bei einer Bandscheibe.
- Wie weit der Schmerz ausstrahlt: Reicht er bis in den Fuß oder kommen Kribbeln und Taubheit dazu, dauert es meist länger als bei einem Ziehen im Gesäß und Oberschenkel.
- Sitzen und Bewegung: Langes Sitzen kann auf Nerv und Gesäß drücken. Wer zwischendurch aufsteht und geht, erholt sich häufig schneller.
- Wie früh Sie ansetzen: Schonhaltungen, die sich über Wochen einschleifen, können den Verlauf verlängern.
Was Sie selbst tun können
Bleiben Sie in Bewegung, so gut es geht, und unterbrechen Sie langes Sitzen. Sanfte Übungen, die den Nerv mobilisieren, können die Erholung unterstützen, solange sie den Schmerz nicht verstärken. Sechs Übungen mit Video und PDF finden Sie hier: Ischias-Übungen für zuhause.
Wann Sie nicht abwarten sollten
Ischias ist meist harmlos und geht von selbst wieder weg. Es gibt aber klare Zeichen, bei denen Sie nicht warten sollten:
- Sofort in die Notaufnahme bei einer Lähmung im Bein oder Fuß, die neu ist oder zunimmt, bei Taubheit im Schritt oder Gesäß oder wenn Blase oder Darm sich nicht mehr wie gewohnt steuern lassen.
- Bald untersuchen lassen, wenn die Schmerzen kaum auszuhalten sind oder nach etwa sechs Wochen nicht deutlich besser werden.
Wie Osteopathie den Verlauf begleiten kann
Je nach Situation kann es sinnvoll sein, neben der Lendenwirbelsäule auch Becken und Gesäßmuskulatur anzuschauen. Ziel der Behandlung ist, Spannungen und Blockaden zu lösen, die den Nerv belasten können. Wie viele Termine sinnvoll sind, hängt von der Situation ab.
→ Mehr dazu, wie ich vorgehe: Ischias osteopathisch behandeln
In meiner Praxis behandle ich osteopathisch, bei Bedarf ergänzt durch sanfte chiropraktische Techniken. → Ischias behandeln in Berlin
Sie möchten nicht einfach abwarten? Rufen Sie an oder buchen Sie online – Termine gibt es meist noch in derselben Woche.
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Quellen und weiterführende Literatur
- Koes BW, van Tulder MW, Peul WC: Diagnosis and treatment of sciatica. BMJ 2007;334:1313–1317.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Bandscheibenvorfall, gesundheitsinformation.de.
- BASICS Orthopädie und Traumatologie. Elsevier, 2009.